2008-01-09 Einzelgespräche, Integrationskurse und Deutsch-Le

Einzelgespräche, Integrationskurse und Deutsch-Lernen erleichtern steinigen Weg der Integration - Nicht nur Ausländerbehörde und Jobcenter müssen auf Sprach-Fähigkeiten achten

Sinn, Notwendigkeit und Erfolg der verpflichtenden Integrationskurse für Zugewanderte mit besonderem Integrationsbedürfnis rückten rasch in den Mittelpunkt bei Diskussion und Austausch interessierter Frauen im Caritas Zentrum Böblingen. Susanne Schartner, zuständig für Migrationserstberatung ausländischer MitbürgerInnen im Landkreis, informierte dort letzten Donnerstag auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen im Kreis/AsF über Konzept und Praxis von Integrationsangeboten für neu zugewanderte MigrantInnen:
„In Zeiten vor dem Zuwanderungsgesetz von 2005 bzw. 2007 halfen punktuell und gezielt unterstützende Sozialdienste den nach Deutschland Kommenden, etwa Portugiesen oder Kroaten. Hilfe zur Selbsthilfe stand dabei nicht unbedingt im Zentrum. Grundlegende Änderungen – und uns alle auf den richtigen Weg - brachten das Zuwanderungsgesetz sowie damit einhergehende weitere Verordnungen, etwa Integrationskurs-Verordnung (IntVO), Aufenthalts-Verordnungen oder Änderungen im Ausländergesetz (AuslG).“ Wer ins fremde Deutschland zieht, muss sich verständigen können, sich neu orientieren und in unbekannte Strukturen und Alltag zurechtfinden. „Sich selbst engagieren, sich mit seiner Geschichte und Fertigkeiten einbringen, erleichtert nachweislich dann die Herausforderung der Integration“, erklärte Ulrike Lucas, Vorsitzende der SPD-Frauen im Kreis und Stadträtin in Weil der Stadt.
Seit 2005 greift systematisch die vom Bund eingerichtete Migrationserstberatung. Neben der offenen Anlaufstelle im Caritas Zentrum Böblingen finden freitags Sprechstunden beim Landratsamt/Ausländeramt statt. Geklärt wird, ob Integrationskurse mit Sprach-Zertifikat zu besuchen sind. Susanne Schartner erläuterte: „Sprache-Lernen und Orientierung stehen nicht allein: Mit jeder und jedem Einzelnen eines Integrationskurses wird persönlich Kontakt aufgenommen. Die individuelle Beratung gestaltet sich von Sondierungsgespräch, über Kompetenzanalyse bis hin zum gemeinsamen Erstellen eines individuellen Förderplans in kleinen Umsetzungsschritten.“
Sehr lebendig und intensiv kreiste die anschließende Diskussion um die Fragen, wie ein Zugang zu MigrantInnen erleichtert werden könne und wie konsequent auf Sprache-Lernen als wichtigste Integrations-Baustein gesetzt werde solle - mit dem Ziel selbständig zu leben, sich in unsere Gesellschaft einbringen zu können, Integration. „Die im Dezember verschärfte Integrationskurs-Verordnung unterstreicht die besondere Integrationsbedürftigkeit zugewanderter Eltern bzw. Verantwortlicher für ein in Deutschland lebendes minderjähriges Kind: Sie fordert, dass jene sich für das Kind auf einfache Art in deutscher Sprache mündlich verständigen müssen, damit stärker verpflichtet sind Deutsch zu lernen, zur Teilnahme an Kursen“, weist Susanne Schartner auf § 3 Abs 4 IntVO. „Diese wichtige Regelung ist noch viel zu unbekannt, ruft sie doch auch etwa Erzieherinnen, Lehrer, Kinderärzte oder Ausbilder zugunsten der Kinder auf den Plan.“ folgerte Ursula Kupke, Stadträtin in Böblingen.

 

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